Andacht
Zu meinen schönen Kindheitserinnerungen gehören der Anblick
des reich geschmückten Gabentisches beim Erntedankfest und das
Gefühl, als Kindergottesdienstkind mit meinem Blumenkohl dazu beigetragen
zu haben. Noch heute empfinde ich beim Anblick der farbenprächtigen
und so herrlich frisch duftenden und mit viel Liebe arrangierten Erntegaben
in unseren Kirchen tiefe Dankbarkeit. Welch gute Gaben hält doch
die Schöpfung Gottes für Mensch und Tier bereit.

Schöner als in Psalm 104, 13-16 (Spalte rechts) kann man seine
Dankbarkeit gegenüber Gott für die Gaben dieser Erde kaum
zum Ausdruck bringen, finde ich.
Und dennoch muss ich ehrlicherweise gestehen, meine Dankbarkeit empfinde
ich noch, meine unbefangene kindliche Freude ist von mir gewichen. Sie
hat einer tiefen Nachdenklichkeit Platz gemacht.
Wieder regt ein Psalmwort meine Gedanken an „Die Erde ist des
Herrn“ Psalm 24, 1. Ja, aber warum vergessen die Menschen das.
Fukushima kommt mir in den Sinn, der fortdauernde Kahlschlag der Regenwälder,
das schmelzende Eis in der Arktis, Ölkatastrophen und die schlimme
Not in Somalia. „Die Erde ist des Herrn.“ Dieses Wort schenkt
mir die Kraft zur Hoffnung, dass Gott, der Schöpfer dieser Welt,
seine Erde erhalten wird. Zugleich erinnert es daran, dass Gott uns
seine Erde als hohes Gut anvertraut hat, das es zu bebauen und zu bewahren
gilt. An diesen Schöpfungsauftrag sollten wir uns erinnern.
Ein gesegnetes Erntedankfest und einen schöne Herbstzeit wünscht
Ihnen
Andreas Taube
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„Du feuchtest
die Berge
von oben her, du machst
das Land voll Früchte,
die du schaffest.
Du lässest
Gras wachsen
für das Vieh und Saat
zu Nutz den Menschen,
dass du Brot aus der Erde hervorbringst,
dass der Wein erfreue
des
Menschen Herz und sein Antlitz schön werde vom Öl
und das Brot des
Menschen
Herz stärke.“
Psalm 104, 13-16
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